Warum wir WordPress einsetzen – und wie wir damit arbeiten
Wir setzen seit 2008 auf WordPress: Open Source, selbst gehostet, ohne Bindung an Plattform oder Lizenzmodell, dabei modular erweiterbar bis auf Enterprise-Niveau. Wir arbeiten so nah am Core wie möglich, verzichten auf Page Builder und setzen Plugins nur gezielt ein. Das Ergebnis sind Websites, die unabhängig, barrierefrei und langfristig pflegbar sind.
Wir setzen für die meisten Website-Projekte WordPress ein. Seit 2008 arbeiten wir täglich mit dem System, nutzen es für unsere eigenen Websites und sind überzeugt davon, dass es für viele Projekte eine hervorragende Wahl ist. Entscheidend ist aber nicht nur das System selbst, sondern auch wer damit wie arbeiten möchte. Daher fassen wir zusammen, was uns technisch an WordPress überzeugt und welche Philosophie wir bei der Umsetzung verfolgen.
Unabhängigkeit, Webstandards und Datensouveränität
Früher vielleicht ein Nischenthema, doch heute wird es immer relevanter: WordPress ist Open Source, kostenlos und läuft auf einem frei wählbaren Server. Damit besteht keine Bindung an eine Plattform, ein Lizenzmodell oder einen einzelnen Anbieter. Alle Inhalte, das Design und der Code bleiben unter der vollständigen Kontrolle des Betreibers.
Zudem nutzt WordPress konsequent Webstandards und lässt sich über Schnittstellen wie die REST-API oder Diensten wie RSS mit anderen Plattformen verbinden. Mittels Protokollen wie ActivityPub kann WordPress als Instanz im Fediverse genutzt werden und dazu beitragen, auch Social-Media-Inhalte unter die vollständige Kontrolle der Redaktion zu stellen.
Bei einem von uns erstellten WordPress-Projekt vermeiden wir ebenfalls jegliche technische Abhängigkeit zu uns. Wir helfen zum Beispiel bei der Wahl und der Einrichtung des Hostings, aber Server und Domain werden vom Unternehmen selbst gebucht und gehören diesem auch. Wir administrieren das Projekt nur.
Wir begrüßen auch, dass WordPress mit der Transformation zum Block Editor in vielen Bereichen No-Code-Ansätze verfolgt. Das trägt zur Demokratisierung von Web-Inhalten bei und versetzt Redaktionen in die Lage, ihre Inhalte ohne technische Hilfe zu pflegen.
Modular und flexibel erweiterbar
WordPress ist sehr modular aufgebaut, sowohl bei der Organisation von Inhalten als auch bei der Gestaltung und im technischen Aufbau. Das hilft dabei, Projekte wachsen zu lassen, Entscheidungen zu ändern und einzelne Bereiche zu überarbeiten.
Redaktionell und gestalterisch wird mit Bausteinen gearbeitet, den sogenannten Blöcken und Patterns, aus denen sich Seiten zusammensetzen lassen. Als Agentur ist es unsere Aufgabe, diese Bausteine zu gestalten und dafür zu sorgen, dass sie sich optimal kombinieren lassen und dem Corporate Design entsprechen.
Wir können auch sehr genau steuern, wie frei oder starr sich diese Bausteine bearbeiten lassen. Von völliger Freiheit mit vielen Design-Optionen bis hin zu einzelnen Textfeldern ist alles möglich. Mehr Freiheit bedeutet dabei auch mehr Verantwortung in der Redaktion. Was für das jeweilige Team passend ist, besprechen wir zu Beginn eines Projekts.
Technisch setzt sich die Flexibilität fort. WordPress erlaubt beliebig viele Inhaltstypen, die sich mittels Taxonomien untergliedern lassen. Somit ist eine Informationsarchitektur auf Enterprise-Level möglich, die z. B. die Grundlage für komplexe Funktionen wie Filter bildet. Solche Funktionen und Inhaltstypen kapseln wir in eigenen Plugins, damit sie sich unabhängig weiterentwickeln, austauschen oder in andere Projekte übernehmen lassen. Für Anbindungen an Drittsysteme gilt dasselbe.
Schlank und nah am Core
Wir arbeiten so nah am WordPress-Core wie möglich und nutzen das von uns stetig weiterentwickelte, öffentlich dokumentierte WP Design System als Startpunkt für neue Projekte. Wir starten somit von einem hohen Qualitätsstandard und setzen das vorhandene Budget für individuelle Anforderungen statt für wiederkehrende Aufgaben ein. Diese Grundlage und der damit verbundene Workflow sind maßgeblich für die Qualität unserer Projekte verantwortlich.
Mit Plugins gehen wir ebenfalls sparsam um. Wenn wir welche einsetzen, greifen wir zu Industriestandards mit großer Verbreitung, aktiver Wartung und in der Regel zur kostenpflichtigen Version, die eine verlässliche Weiterentwicklung wahrscheinlich macht. Typische Anforderungen für Plugins sind Formulare, Consent-Management und Mehrsprachigkeit.
Was wir nicht anbieten, sind Umsetzungen mit Page Buildern. Sie ersetzen die Kernfunktionen von WordPress durch eine Drittanbieterlösung und höhlen das System aus.
Eine Frage der Philosophie
Die bisher beschriebene Vorgehensweise deckt sich mit der offiziellen Philosophie von WordPress. Leitsätze wie »Decisions, not options« stehen für Software, die kluge Entscheidungen für die Menschen trifft, die täglich damit arbeiten. Der Kern bleibt bewusst schlank, alles Weitere gehört in Themes und Plugins.
Da das System sehr stark verbreitet ist und große Freiheit bietet, existieren allerdings auch andere Auffassungen davon, wie mit WordPress gearbeitet werden sollte. Die Frage ist deshalb nicht nur, ob jemand WordPress beherrscht, sondern welche Vorstellung von WordPress dahintersteht und ob diese Philosophie zum Projekt und zum Unternehmen passt.
Sicherheit
WordPress hat den Ruf, angreifbar zu sein. Bei einem so häufig eingesetzten System gibt es zwangsläufig viele vernachlässigte Installationen mit nicht durchgeführten Updates, ungepflegten Plugins, offenen Schnittstellen und schwachen Passwörtern. Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen bekannte Lücken in veralteten Plugins und Themes sowie schwache Zugangsdaten, nicht etwa Schwächen des Systems selbst.
Sicherheitslücken im Core selbst hat es allerdings auch gegeben, sie wurden jeweils schnell geschlossen. Entscheidend ist also, dass Updates zeitnah eingespielt werden. Auf Wunsch bieten wir dazu eine Wartung an.
Barrierefreiheit
Mit WordPress lassen sich barrierefreie Websites bauen, auch BITV-konform, wie es für öffentliche Stellen in Deutschland vorgeschrieben ist. Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gelten vergleichbare Anforderungen auch für viele private Anbieter. Voraussetzung sind ein hochwertiges Theme, geprüfte Plugins und redaktionelles Know-how. Auch hier zahlt sich unser WP Design System aus, da wir viele Anforderungen dort bereits berücksichtigt haben und diese nicht in jedem Projekt neu erarbeitet werden müssen. Auch komplexe Navigationen und anspruchsvolle Inhaltsstrukturen bekommen wir barrierefrei umgesetzt.
Datenschutz
Mit WordPress lässt sich eine Website bauen, die ohne einwilligungspflichtige Cookies und ohne externe Dienste auskommt und folglich keinen Consent-Banner benötigt. Sobald allerdings Tracking oder eingebettete Medien zum Einsatz kommen, werden Daten erhoben und eine Einwilligung wird Pflicht. Wir bevorzugen auch in solchen Fällen europäische, datensparsame Open-Source-Lösungen. Letztlich ist dies eine inhaltliche Projektentscheidung, auf die wir beratend Einfluss nehmen können, sofern es sich nicht um eine Rechtsberatung handelt.