Web Design News & Link-Tipps – Nr. 53

Allgemein

Das Fediverse als Bildungsinfrastruktur

Rüdiger Fries beschreibt in einem Artikel für die bpb, welches Potenzial das Fediverse für politische Bildung bietet. Als dezentrales Netzwerk und Diskursraum ohne algorithmische Priorisierung, als Vernetzungsort und als Chance für institutionelle digitale Souveränität.

AGENTS.md richtig schreiben

Philipp Schmid beschreibt in seinem Artikel, wie eine gute AGENTS.md-Datei für Coding-Agents aufgebaut sein sollte. Weniger ist offenbar mehr.

Endgame für das offene Web

Anil Dash warnt vor einer existenziellen Bedrohung des Open Webs. Große Tech-Player und Konzerne untergraben zunehmend offene Standards und Infrastrukturen. Beschleunigt durch den aktuellen AI-Hype und die Flutung des Webs mit AI-Slop entstehen negative Feedbackschleifen, die etablierte Strukturen irreparabel beschädigen könnten. Dash beleuchtet in seinem Blogbeitrag dabei aber auch verschiedene Strategien, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Stack Overflow für KI-Agenten

Mozilla hat mit CQ ein neues Open-Source-Projekt gestartet, das als »Stack Overflow für KI-Agenten« fungiert. Die vorgeschlagene Standardisierung soll es Coding-Agenten ermöglichen, eine gemeinsame Wissensbasis zu nutzen, statt jedes Problem isoliert neu zu lösen. Dadurch soll die Effektivität von Agents erhöht und Ressourcen geschont werden.

Die versteckten Kosten von KI-generiertem Code

Addy Osmani, führender Mitarbeiter von Google Cloud AI, warnt vor einem zunehmenden Verständnisdefizit durch übermäßigen KI-Einsatz. Studien zeigen, dass Entwickler, die massenhaft und unhinterfragt KI-generierten Code nutzen, deutlich schlechter bei Verständnis und Debugging abschneiden als solche, die manuell programmieren. Der Verständnisverlust führt zu falschem Selbstvertrauen und schafft Abhängigkeiten, die mittelfristig Projektbudgets und menschliche Intelligenz belasten.

Das alte Internet ist noch da

Tyler Gaw argumentiert auf seinem Blog, dass persönliche Websites, Blogs und Nischenforums nie verschwunden sind, sondern nur von Streams und Feeds überlagert wurden. Was sich verändert hat, sind unsere Erwartungen: Jahre algorithmischer Inhaltslieferung haben uns das Surfen verlernen lassen. Das Good Old Internet ist noch da, man muss nur wieder anfangen zu suchen.

UX/UI Design

Claude Design

Anthropic hat mit Claude Design ein Tool veröffentlicht, das Wireframes, Prototypen, Websites und Design-Systeme erstellt bzw. bestehende Systeme als Quelle nutzt. Die Arbeitsergebnisse können mittels Prompt an Claude Code übergeben werden. Ein interessanter (wenn auch nicht völlig neuer) Ansatz, der die Veränderungen im Design/Development-Kontext weiter beschleunigen dürfte.

Figma Weave

Figma hat das Unternehmen Weavy übernommen und unter dem Namen Figma Weave integriert. Das Tool besteht aus einer freien Arbeitsfläche, auf der sich Outputs verschiedener KI-Modelle für Video, Bild und Animation direkt kombinieren und nachbearbeiten lassen.

Die Startseite als Auslaufmodell

Viele Kunden möchten als erstes die Startseite sehen und lassen diesem Seitentyp unverhältnismäßig hohe Bedeutung zukommen. Aus unserer Perspektive ist das häufig nicht zielführend, da die ersten Berührungspunkte mit einer Website häufig die Keyword-optimierten Unterseiten sind. Insbesondere dann, wenn SEO und SMM hohe Bedeutung haben. Mit KI als Suchmaschine bekommt dieser Trend noch einmal eine ganz andere Dimension.

Figma Skills

Wie in der letzten Ausgabe berichtet, hat Figma die Kooperation mit Anthropic deutlich gestärkt und den MCP in Richtung bidirektionale Design/Code-Workflows erweitert. Im Zuge all dieser Entwicklungen wurden jetzt einige Skills für den Figma MCP veröffentlicht.

Persuasive Design zehn Jahre später

Anders Toxboe schaut sich »Persuasive Design« noch einmal neu an, nachdem er schon 2015 im Smashing Magazine darüber geschrieben hatte: Einfache Tricks wie Nudging oder Gamification reichen oft nicht mehr aus, weil Verhalten viel stärker vom jeweiligen Kontext abhängt. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für ethische Fragen wie Manipulation und Dark Patterns spürbar gewachsen. Heute geht es weniger darum, ob Verhalten beeinflusst wird, sondern darum, wie bewusst und verantwortungsvoll man das macht.

Frontend

Pretext: Hype trifft auf Realität

Pretext, eine Bibliothek, die nur mit TypeScript und ohne CSS Textlayouting ermöglicht, war eines der Hypethemen der letzten Wochen. Donnie D’Amato setzt sich damit kritisch auseinander, insbesondere mit dem vollmundig versprochenen »Ende von CSS-Layouts«. Dabei zeigt er auch auf, welche Aspekte modernes CSS bereits löst und was abzuwiegen gilt.

CSS verdrängt JavaScript – was sich gerade verändert

Pavel Laptev rechnet im GitButler Blog konkret vor, welche Libraries durch neue CSS-Features obsolet werden. Von Floating UI über GSAP ScrollTrigger bis react-select. Der Unterschied zu JavaScript-Lösungen: kein Main-Thread-Blocking, keine Peer-Dependency-Konflikte, keine Breaking Changes in Major Releases. 322 Kilobyte weniger Bundle, bessere Core Web Vitals, weniger Wartungsaufwand.

Focus-Zustände mit CSS tracken

Patrick Brosset aus dem Edge Team hat einen interessanten CSS-Ansatz gefunden, mit dem Animationen zu kleinen State Machines werden und sich focus und hover dauerhaft merken.

CSS-Subgrid effektiv nutzen

David Bushell zeigt praxisnah, wie CSS-Subgrid in CMS wie WordPress komplexe Fullwidth-Blöcke und damit bestimmte Layouts sauber und elegant ermöglicht.

Signals verständlich erklärt

Der Frontend-Entwickler Willy Brauner erklärt in seinem Journal wunderbar aufbereitet, wie der reaktive Signals-Algorithmus in JavaScript funktioniert. Er zeigt, wie dieser in Frameworks wie Vue oder Solid genutzt wird, um UI-Zustände zu tracken und zu aktualisieren. Die Funktionalität ist aber auch abseits von Frameworks grundsätzlich interessant, da es dafür ein TC39-Proposal für JavaScript gibt, welches Signals nativ in JavaScript verankern würde.

Verschleierung von E-Mail-Adressen

Mit Code-Beispielen und Erfolgsquoten analysiert Spencer Mortensen verschiedene Techniken zur verschleierten Darstellung von E-Mail-Adressen im Web. Seine dreijährige Beobachtung zeigt, dass keine Methode vollständig sicher ist, da Scraping-Bots ständig weiterentwickelt werden. Durch eine Kombination mehrerer Techniken gleichzeitig kann Missbrauch aber effektiv eingeschränkt werden.

Vorschlag für zeitbasiertes CSS

In einem aktuellen Vorschlag der CSS Working Group werden zeitbasierte CSS-Funktionen diskutiert. Damit sollen beispielsweise dynamische Farbthemes basierend auf dem Wochentag, Hervorhebung der aktuellen Zeile in Zeitplänen oder das Anzeigen von Bannern zu bestimmten Uhrzeiten möglich werden. Dies würde Code unabhängig von komplizierten JavaScript-Lösungen und damit übersichtlicher und wartbarer machen.

Unterstriche, die Leerzeichen überspringen

Chrome arbeitet gerade an der Implementierung von text-decoration-skip-spaces – eine CSS4-Property, die steuert, ob Unterstreichungen, Überstriche und Durchstreichungen über Leerzeichen hinweg gezeichnet werden oder nicht. Besonders bei Links in Navigationselementen ein willkommenes Detail, das bisher nur mit Tricks lösbar war.

WordPress

WordPress 7.0: Die wichtigsten Neuerungen für Entwickler

Der WordPress Developer-Blog und Gutenberg Times fassen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammen, was mit WordPress 7.0 kommt: Echtzeit-Kollaboration im Editor, ein AI-Connector mit Providerpaketen für OpenAI, Google und Anthropic, visuelle Revisionen sowie ein neuer Icon-Block, neue Funktionen für die theme.json und Updates beim Menü.

Cloudflare launcht EmDash als WordPress-Alternative

Cloudflare hat EmDash vorgestellt – ein CMS, das den WordPress-Ansatz in die heutige Zeit transportieren soll. Vom Admin-Bereich stark an WordPress angelehnt, ist EmDash MIT-lizenziert, in TypeScript geschrieben und basiert auf Astro. Plugins werden in isolierten Sandboxen ausgeführt, was laut Cloudflare das grundlegende Sicherheitsproblem der WordPress-Plugin-Architektur beheben soll – dieses Feature ist allerdings momentan an eine Cloudflare-Umgebung gebunden. Integrierter MCP-Server und zahlreiche Agent Skills runden das Paket ab. Ein interessanter Ansatz, der als direkter Angriff auf WordPress gewertet werden darf.

Reaktionen auf EmDash

WordPress-Mitgründer Matt Mullenweg hat auf seinem Blog auf die Ankündigung reagiert und widerspricht erwartungsgemäß der Aussage, EmDash sei ein würdiger Nachfolger von WordPress. Das Projekt sei primär darauf ausgelegt, Cloudflare-Dienste zu verkaufen, und das zentrale Plugin-Sicherheitsfeature funktioniere nur in deren Infrastruktur. Yoast-Gründer Joost reagiert ebenfalls – allerdings deutlich positiver.

Barrierefreiheit

Accessibility im Web: Viel erwartet, wenig umgesetzt

Der aktuelle WebAIM Million Report zeigt, wie es 2026 um die Barrierefreiheit im Web steht: Nur ein kleiner Teil der einer Million getesteten Websites ist tatsächlich barrierefrei, bei durchschnittlich 50 Accessibility-Problemen allein auf den Startseiten. Hauptfehler sind unverändert fehlende Kontraste, ARIA-Attribute und Alt-Texte.

WCAG-Level: Warum A nicht ausreicht

Die Einordnung von Barrierefreiheit anhand von WCAG-Leveln wie A oder AA wirkt oft klarer, als sie tatsächlich ist. Vor allem das Erfüllen von Level-A-Kriterien suggeriert eine ausreichende Zugänglichkeit, obwohl nur minimale Anforderungen abgedeckt sind. Nicolas Steenhout erklärt mithilfe einer anschaulichen Analogie die Unterschiede der einzelnen Level in WCAG A vs AA Outdated Accessibility Statements und hinterfragt die Klassifizierung kritisch.

Design für Menschen mit Angststörungen

Der Artikel von Demelza Feltham gehört zu einer Serie von Artikeln zum Thema Barrierefreiheit. Es werden konkrete Gestaltungsregeln aufgezählt, die Menschen mit Angststörungen bei der Nutzung von Websites unterstützen können. Dazu zählen beispielsweise vorhersehbare Abläufe, gut erkennbare Fortschrittsanzeigen, verständliche Infos und weniger unnötige Komplexität. Wichtig sind außerdem bekannte Muster, klare Rückmeldungen und Möglichkeiten, Dinge zu prüfen und sich besser zu orientieren.

Tools

Und zum Schluss … 

Death by Clawd analysiert SaaS-Projekte und erstellt einen Prompt, mit dem das Tool ersetzt werden kann, sowie einen Todesschein, der angibt, ob das Projekt durch Claude in absehbarer Zeit überflüssig wird.

16 der besten CSS-Entwickler weltweit treten bei Mad CSS in einem Single-Elimination-Turnier gegeneinander an: 15 Minuten Zeit, ein Ziel-UI, nur HTML und CSS. Wer zuerst 100 % Übereinstimmung erreicht, gewinnt das Match.

CSS is DOOMed ist ein ambitioniertes Experiment, das zeigt, wie sich das Spiel DOOM komplett mit CSS rendern lässt.

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Jonas Hellwig

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Jonas ist Gründer von kulturbanause. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen UX/UI Design, Frontend und Redaktion und hat zahlreiche Fachbücher und Video-Trainings veröffentlicht. Jonas Hellwig ist regelmäßig als Sprecher auf Fachveranstaltungen anzutreffen und unterstützt mit Seminaren und Workshops Agenturen und Unternehmen bei der Planung, der Gestaltung und der technischen Umsetzung von Web-Projekten.

Jonas Hellwig bei Mastodon, LinkedIn, Xing und YouTube.

Raimund Büchner

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Raimund ist oft die erste Ansprechperson bei kulturbanause. Er kümmert sich hauptsächlich um die Betreuung und Beratung unserer bestehenden als auch künftigen Kundschaft. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Design nicht unmittelbar sichtbarer Dinge: Struktur und Inhalte. Projekte unterstützt er daher vor allem in der Anfangsphase in Bereichen wie Informationsarchitektur, UX-Design und Content Strategy.

Ferenc Petöcz

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Als Webentwickler setzt Ferenc bei kulturbanause maßgeschneiderte Webauftritte und Website-Komponenten um und betreut und optimiert Bestehende. Er hat besonderes Interesse an innovativen Ansätzen und modernen Lösungen, wobei er dabei stets auf die Robustheit und Verlässlichkeit des Gesamten achtet.

Sophie Tausch

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Sophie beschäftigt sich mit allen Themen rund um UX/UI Design. Ihre Hauptaufgaben beinhalten Produkt- und Nutzerforschung, das Strukturieren von Informationen und Inhalten und die Erstellung von visuellen Konzepten und Prototypen. Hierbei legt sie besonders Wert auf die Balance zwischen Ästhetik und Benutzerfreundlichkeit, sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Development.

Felix Lehmann

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Als Team Lead für Design und Code bei kulturbanause verantwortet Felix die Konzeption, Gestaltung und Entwicklung komplexer Websites und Designsysteme. Er begleitet den gesamten Prozess – vom ersten Workshop bis zum Launch. Wenn er nicht selbst maßgeblich an der Umsetzung beteiligt ist, unterstützt er das Team bei der Umsetzung moderner, funktionaler Lösungen mit aktuellsten Browser-Technologien und ist die Schnittstelle zum Kundenteam.

Charleen Warkentin

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Charleen arbeitet als Webdesignerin bei kulturbanause. Sie gestaltet und realisiert Websites, die durch klare Strukturen, ästhetisches Design und hohe Benutzerfreundlichkeit überzeugen. In enger Zusammenarbeit mit den Developern sorgt sie dafür, dass Gestaltung und Funktion perfekt ineinandergreifen.

Konstantin Hanke

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Konstantin arbeitet als Webentwickler bei kulturbanause. Seine Hauptaufgabe ist die technische Umsetzung von klaren, soliden und effizienten Webauftritten und Website-Komponenten. Darüber hinaus kümmert er sich um die Wartung, Optimierung und Weiterentwicklung von bestehenden Websites. Sein besonderes Interesse gilt der Idee von quelloffener, freier Software.

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